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Naturzeichen Komplettverzeichnis

003 | Der Biber in Mainbernheim

Naturzeichen
Auf den Spuren der heimischen Flora und Fauna …
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Um 1900 gab es in Europa nur noch bis zu 2.000 Biber. In Bayern wurde der letzte Biber 1867 erlegt. In Mainbernheim kam er in den 2010er Jahren zurück.

Der Biber war in ganz Europa verbreitet, nur nicht in Irland und Island.

Gründe für die weitgehende Ausrottung der Biber war die Nutzung seines Fells, z.B. für Mäntel und seines Wollhaars für die Hut-Herstellung. Außerdem hatte die katholische Kirche den Biber als Fisch deklariert, wodurch er in der Fastenzeit verspeist wurde. Das Sekret (Bibergeil), mit dem der Biber sein Revier markiert, wurde zudem gut bezahlt, da dem Bibergeil Wunderheilkräfte nachgesagt wurden.

Um 1900 gab es in ganz Europa noch nur noch bis zu 2000 Tiere. In Deutschland überlebten diese nur an der mittleren Elbe. Laut des bayrischen Landesamt für Umwelt wurde der letzte Biber in Bayern 1867 erlegt.

Viel später, von 1966 bis 1982, haben sich wieder ca. 120 Tiere in Bayern angesiedelt. Es ist eine erste Ansiedelung vom Nürnberger Reichswald bekannt. Vermutlich hat er sich von dort aus bis in den Landkreis Kitzingen ausgebreitet.

Der Biber lebt in langsam fließenden und stehenden Gewässern mit Gehölzen nahe dem Ufer. Durch seine Fähigkeit die Landschaft zu verändern, nimmt der Biber eine besondere Rolle in der Natur ein. Mit seinen Bauwerken sorgt das besonders und streng geschützte Tier dafür, dass sich Wasser in Flüssen und Seen anstaut. So wird das Wasser gehalten, was sich auch positiv auf den Grundwasserstand auswirkt. Zudem steigt die Artenvielfalt in seinem Revier. Als Landschaftsarchitekt ist der Biber auch unschlagbar günstig, weil er die begradigten Bäche, die auch oft für viel Geld renaturiert werden, in ihren natürlichen Bachlauf zurückbringt.

Der Biber hat jedoch nicht nicht nur Bewunderer und Freunde. Oft verursacht er z.B. Überschwemmungen und Schäden an Ufergrundstücken. Es kommt vor, dass das Wasser aus Kläranlagen nicht mehr abfließen kann, verschuldet durch angestaute Bäche. Landwirtschaftliche Flächen stehen unter Wasser oder werden vom Biber abgefressen. In Gärten oder Plantagen werden natürlich immer die besten Bäume von den Tieren angefressen.

Dann ist es die Aufgabe der Biberberater und der Naturschutzbehörde, die Belange der Biber mit denen der angrenzenden Bewirtschafter in Einklang zu bringen und somit ein gutes Miteinander zwischen Mensch und Biber zu schaffen.

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